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Digitale Bildung im Geschichtsstudium: Fachkonzepte I und II

Die digitale Transformation hat Methoden und Arbeitsfelder der Geschichtswissenschaft grundlegend verändert. Historiker*innen und angehende Geschichtslehrer*innen müssen daher frühzeitig mit digitalen Recherchewerkzeugen, Datenbanken sowie digitalen Arbeits- und Auswertungsumgebungen vertraut werden. Digitale Kompetenzen sind zudem für unterschiedliche Berufsfelder unverzichtbar – von Archiv, Bibliothek und Museum bis hin zu digitalen Editions- und Forschungsprojekten.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Historische Institut einen systematischen Kompetenzaufbau, der im Studium schrittweise aufeinander aufbaut:

Fachkonzept I: Digitale geschichtswissenschaftliche Basiskompetenzen

Digitale Basiskompetenzen für Historiker*innen

Digitale Technologien prägen heute nicht nur die Art, wie Informationen gefunden, aufbereitet und verbreitet werden, sondern beeinflussen auch wissenschaftliche Arbeitsprozesse in der Geschichtswissenschaft. Die Lehrveranstaltung „Digitale Basiskompetenzen für Historiker*innen“ setzt deshalb bereits im ersten Studiensemester an und vermittelt grundlegende digitale Kompetenzen, die Sie für das weitere Studium und spätere fachliche Spezialisierungen benötigen.

Für wen ist die Veranstaltung?

Die Veranstaltung ist seit Wintersemester 2023/24 als verpflichtendes Lehrangebot für alle Erstsemesterstudierenden der lehramts- und fachwissenschaftlichen Bachelorstudiengänge Geschichte vorgesehen.

Warum ist das im 1. Semester so wichtig?

Gerade zu Studienbeginn ist es entscheidend, digitale Werkzeuge, Quellen und Darstellungen fachlich reflektiert nutzen zu können. Die Veranstaltung legt dafür ein solides Fundament: Sie stärkt Ihre Fähigkeit, digitale Arbeitsweisen in der Geschichtswissenschaft kompetent, verantwortungsvoll und wissenschaftlich nachvollziehbar anzuwenden – und bereitet damit auf nachfolgende Studienabschnitte und Vertiefungen vor.

Was lernen Sie?

Die Lernziele sind entlang dreier Kompetenzbereiche strukturiert:

  • Data Literacy
    Sie erwerben Kompetenzen der webbasierten Literaturrecherche sowie zur kritischen Bewertung und Zitierung digitaler Quellen.
  • Digital Responsibility

    Sie reflektieren die Auswirkungen digitaler Such-, Publikations- und Kommunikationsinfrastrukturen und arbeiten an Kriterien von Verantwortung, Transparenz und wissenschaftlicher Integrität.

  • Digital Teaching and Learning

    Durch die Einführung in digitale Selbstlernformate lernen Sie, digitale Lernangebote eigenständig, zielgerichtet und reflektiert zu nutzen.

Zentrale Inhalte und Arbeitsfelder

Im Zentrum stehen u. a.:

  • digitale Literaturrecherche (inkl. Verständnis von Suchlogiken),
  • Arbeit mit Quellen im digitalen Raum,
  • kritische Einordnung digitaler Dokumente und Geschichtsdarstellungen (u. a. Beispiele aus YouTube, Social Media und dem WWW),
  • die systematische Auseinandersetzung mit Herausforderungen digitaler Transformation – einschließlich aktueller Fragen rund um KI-Anwendungen und KI-gestützte Literaturrecherche-Tools (z. B. Undermind.ai oder Elicit).

Organisation

Das Lehrangebot findet in Präsenz statt, wird jedes Semester angeboten und erfolgt in Gruppen von maximal 30 Teilnehmer*innen.

Wer ist verantwortlich?

Konzeption und Verantwortung für das Lehrkonzept liegen bei Frau Nicola Kowski, M.A.; das Konzept wurde am Historischen Institut auch bereits von weiteren Lehrenden unterrichtet.

Kontakt und Information

 Nicola Kowski M.A.

Nicola Kowski M.A.

Lehrkraft für besondere Aufgaben

Webseite

Kontaktformular

Anschrift

Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Fachkonzept II: Vertiefung in fachwissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen

Fachkonzept II baut auf diesen Basiskompetenzen auf und vertieft sie in den fachwissenschaftlichen Studiengängen:

Im 2-Fach-Bachelor Geschichte erfolgt die Vertiefung u. a. durch ein spezifisches Seminar (Erweiterungsmodul) mit Schwerpunkten wie dem Verständnis algorithmusbasierter Suchprozesse, dem kompetenten Einsatz von Software im wissenschaftlichen Arbeiten (z. B. statistische Auswertung, Desktop-Publishing), Erfahrungen mit kollaborativen Plattformen sowie Grundlagen des Urheberrechts und der kritischen Reflexion digitaler Quellen.

In den Masterstudiengängen Geschichte (1- und 2-Fach, alle Studienrichtungen) sind zwei spezifische Seminare vorgesehen: eines zur fortgeschrittenen Recherche (u. a. Fachinformationsdienste, verteilte Quellen, digitale Findbücher, Analyse multimedialer Quellen, Open-Data-Repositorien und virtuelle Forschungsumgebungen) und eines zur digitalen Methoden- und Anwendungskompetenz (u. a. Dateiformate und Metadaten für Langzeitarchivierung, Transkription, Textanalyse, Visualisierung, statistische Auswertung, Forschungsdatenmanagement und reflektierte Auswahl digitaler Problemlösungsstrategien).

Digital-Zertifikat